Die unglaubliche Geschichte von meinem Westiemädchen Wilma

Diese Geschichte beginnt mit einem Ende, aber dieses Ende ist erst der Anfang.

                           West Highland White Terrier

                              Wilma vom Oberg Geboren: 01. 03. 2008

                          Der Vater von Wilma: Nikki vom Teufelstal

                          Die Mutter von Wilma: Kim von Gerber`s weißen Tigern

Mein kleine Wilma erblickte das Licht der Welt am 01. 03. 2008. Im Alter von 12 Wochen kam das hübsche Westiemädchen zu mir. Als ich sie bei der Züchterin sah, war es Liebe auf den ersten Blick, wir hatten uns gefunden.

Ich befand mich gerade in einer sehr schweren Lebenskrise und Wilma kam im richtigen Augenblick zu mir

und veränderte schlagartig mein Leben. Für trübe Gedanken war kein Platz mehr, alles drehte sich um Wilma. Sie war mein Sonnenschein, der Mittelpunkt und es begann eine wunderschöne Zeit, es gab nichts wichtigeres mehr.

Fürsorge und Verantwortung für dieses kleine "Welpenkind" füllten mein Leben aus.

Dann kam die Zeit, in der sie versucht hat ihren Kopf durchzusetzen. Wer den Charakter eines Westies kennt,

weiß wie stur sie sein können. Aber auch das haben wir gemeistert und wurden ein unschlagbares Team.

Den Hundefriseur mochte sie gar nicht...und ich auch nicht! Ich kaufte Bücher, Scheren und alles was dazu gehört, die Frisur von meinem Westiemädchen von Zeit zu Zeit in Form zu bringen. Die Anfänge waren eine

Katastrophe und ich gestehe, ich hatte es mir leichter vorgestellt. Geduld und Ausdauer, auch gefordert von meiner kleinen Wilma, brachte uns die ersten Erfolge und auch hier entwickelten wir uns zu einem unschlagbaren Team.

Das Problem mit der Läufigkeit - Blut auf dem weissen Teppich - nein, nicht mit uns!

Kleine Höschen mit einer Binde, extra für kleine Hundemädchen, hat meine Wilma geduldig getragen.

Sie hat sehr schnell gelernt,  entwickelte sich zu einer Persönlichkeit, die es immer wieder verstand mich um den Finger zu wickeln. Spaziergänge bitte nur dort wo es der Prinzessin genehm war, sie machte ansonsten keinen Schritt und blieb einfach stehen.

Am liebsten war ihr eine große Wiese auf der sie nach Herzenslust toben konnte. Überwiegend gab sie auch hier die Richtung an - na und - ich gab ihr diese Freiheit.

Leider standen auch Tierarztbesuche an. Ich wollte alles richtig machen und folgte "BRAV" den Anweisungen der Tierärztin. Impfungen, Wurmkuren und Spot-On Präparate bekam meine kleine Wilma, weil ich sie vor Krankheiten schützen wollte.

Es folgte die erste Analdrüsenentleerung. Ein paar Tage später hatte mein kleines Westiemädchen einen Analdrüsenabszess. Behandlung mit Antibiotika und 1 Injektion "Nichtsteroidales Antiphlogistikum"

( Metacam) und 4 Spülungen, mußte sie über sich ergehen lassen.

Wenn wir in Richtung Tierarzt gefahren sind, fing sie schon an zu zittern.

Etwas über ein Jahr später entwickelte sich eine Gebärmutterentzündung. Der OP-Termin war unausweichlich. Unglaubliche Angst stieg in mir hoch. Wilma war jetzt etwas über vier Jahre alt.

Am Abend, am nächten Tag um 8.00 Uhr sollten wir beim Tierarzt sein, erzählte ich ihr eine Geschichte, die Geschichte wie dieses kleine Westiemädchen zu mir kam.

Täuschen konnte ich sie wohl nicht, sie hat meine Angst und Unruhe gespürt.

Pünktlich um 8.00 Uhr waren wir beim Tierarzt ( unterwegs hat sie wieder gezittert ). Meine Nerven lagen blank... Angst um Wilma- ich zitterte am ganzen Körper - mein Kreislauf spielte verrückt.

Eine Arzthelferin holte Wilma am Auto ab - ich sagte zu ihr, wenn Wilma etwas passiert, können sie gleich für mich einen Krankenwagen rufen.

Sie nahm mein kleines Westiemädchen auf den Arm und ging mit ihr zur Praxis. Als ich sah, dass Wilma ihr Köpfchen an die Schulter der Arzthelferin legte, war es mit meiner Fassung gänzlich vorbei. Ich war kurz vor dem kolabieren. Mir wurde auch gesagt, dass ich nach Hause fahren kann, ich würde angerufen wenn Wilma

fertig ist. Selbstverständlich bin ich dort geblieben, habe im bzw. vor dem Auto gewartet. Ich habe mir eingebildet, mein kleine Wilma spürt wenn ich in ihrer Nähe bin.

Von ganz großer Bedeutung war für mich, dass eine Arzthelferin alle zehn Minuten zu mir kam um mir mitzuteilen, dass alles gut verläuft.

Endlich, nach gut einer Stunde konnte ich zu Wilma. Sie lag in einem extra Raum, auf einem Tisch. Einmalhandschuhe, gefüllt mit warmem Wasser, die Decke von ihr lag über diesen Handschuhen und zugedeckt war sie auch. Ziemlich durcheinander war sie noch. Diesen Raum hatten wir nur für uns und ich habe neben meiner kleinen Wilma gesessen, bis wir endlich nach Hause fahren durften.

Den Babybody hat sie wieder ohne Probleme getragen ( wegen der OP-Naht )

Sie lag wie eine Prinzessin in ihrem gepolsterten Bettchen und hat sich gerne von mir bedienen lassen.

Wasser habe ich ihr ans Bettchen getragen - die ersten drei Tage ist sie nicht aufgestanden - Futter hat sie noch nicht angenommen.

Ganz allein sollte sie entscheiden aufzustehen, und nach drei Tagen war es soweit. Tapfer hat sie alles überstanden, ich war überglücklich. Sie war eben eine kleine Kämpferin. Die Naht ist auch sehr gut verheilt.

Etwa drei Monate später wurde eine "Atherome Rutenwurzel" festgestellt. Flohbefall hat sie auch nicht ausgelassen. Um immer sicher zu sein, hielt ich mich an die Vorgaben der Tierärztin - Wurmkuren, Spot-on-

Präparate, Analdrüsen wurden entleert, Impftermine eingehalten.

Zwischenzeitlich reagierte Wilma mit Übelkeit/Rülpsen, Juckreiz und Durchfall hat sie auch nicht ausgelassen.

Nach der Impfung im Jahr 2014, dachte ich sie stirbt. Von diesem Tag an wurde sie nicht mehr geimpft.

Auch andere Hundebesitzer hatten diese Erfahrung gemacht und stellten die Impfungen ein.

Flohbefall wurde bei Wilma zum  Problem, trotz Spot-on.

 

Die erste Tragödie ereignete sich ab September 2015. Flohkotallergie, gerötete Haut, führte uns zur Tierärztin. Wilma war nun 7 1/2 Jahre alt, die letzte Blutuntersuchung war 2012. Also regte ich eine Blutuntersuchung an. Blut wurde abgenommen. Sie bekam 2 Injektionen und 4 weitere Präparate zur Behandlung mit. Explizit erwähnen möchte ich hier - u.a. war dabei "Advocate 250 mg". Wilma bekam also

2,5 ml  ( normalerweise 1,0 ml ).

Ich habe ihr alles so verabreicht, wie die Tierärztin es mir aufgetragen hat.

Innerhalb von 2 1/2 Tagen bekam mein Westiemädchen 6 verschiedene Medikamente wegen Flohkotallergie und geröteter Haut.

Nach diesen 2 1/2 Tagen ist sie draussen zusammengebrochen, hat sehr, sehr stark gespeichelt, ihre Pupillen waren riesengroß. Das war der Augenblick, sie konnte nicht mehr sehen:Sehverlust!

Bei der Untersuchung wurde eine vergrößerte Leber festgestellt ( bis zur Milz ) und bei der Augenuntersuchung: Wilma kann hell und dunkel unterscheiden!

Weitere Blutuntersuchungen folgten, bis die Tierärztin mir offenbarte: Wilma hat "Morbus Addison".

Als ich fragte, was ist das denn, meinte sie: schauen sie im Internet nach, das ist zu kompliziert ihnen das zu erklären. ( Na/Ka und Cortisol - Wert waren einmal sehr schlecht-deswegen "Morbus Addison )

Es wurde auch noch ein EKG durchgeführt bei Wilma und ein Fludrocortison "Florinef" verordnet, auf Rezept. Das sollte ich "schnell" in der Apotheke besorgen, da sie es nicht vorrätig hatte und zwischenzeitlich würde bei Wilma das EKG durchgeführt, wegen einer "T-Zacke". ( Ich hatte keine Ahnung was diese "T-Zacke" für eine Bedeutung haben sollte). Meine Angst um mein Westiemädchen war riesengroß. Meine kleine

Wilma war total gestresst. Erst der Sehverlust, jetzt unendliche Untersuchungen. Diese Tierärztin hat eine

Hecktik verbreitet, und meinte, Wilma muss sofort die Tabletten haben.

In der Apotheke wurde mir erklärt, dass diese Tabletten, "Florinef", bestellt werden müssen, weil sie in Deutschland nicht erhältlich sind. Lieferzeit ca. 4-5 Tage. Ich verstand überhaupt nichts mehr.

Zurück bei der Tierärztin, sagte sie, die T-Zacke (EKG) bei Wilma ist in Ordnung. Wilma lag dort noch auf dem Tisch und ich sah ein "Tragbares EKG".

An diesem Tag waren wir 2 1/2 Stunden bei der Tierärztin. Meine kleine Wilma war total erschöpft.

Am nächsten Tag sollten wir wieder erscheinen, Blutuntersuchung. Die Tierärztin teilte mir dann mit, im Kühlschrank wäre doch noch "Florinef" ( muss gekühlt werden) vorhanden gewesen, dass hätte sie aber nicht gewusst. (? )

Nun bekam mein Westiemädchen jeden Tag 2 Tabl. Florinef. Wenn sie damit gut eingestellt ist, kann sie damit gut leben. So die Meinung der Tierärztin. ( Florinef ist ein Präparat aus der Human-Medizin )

Anmerken möchte ich hier, dass die Diagnose "Morbus Addison" eine lebenslange Therapie und ständige Kontrolle bedeutet hätte. Kosten der Tabletten ( Florinef ) 100 Stck. zwischen 40-50 €.

Obwohl mich die Kosten nicht im geringsten interessiert hätten. ( bald werden Sie wissen warum ich das erwähne )

Die Tierärztin hatte mir geraten ein "MRT" von Wilmas Kopf machen zu lassen und eine "Augenuntersuchung" in einer "Spezialklinik". Blutdruck sollte bei Wilma ungefähr 4 Wochen später gemessen werden von der Tierärztin!!!! ( Unglaublich )

Wilma war völlig gestresst und schlapp von diesen ständigen Blutuntersuchungen usw. Sie hat mir unendlich leid getan. Meine Kräfte neigten sich dem Ende zu, aber ich hatte keine Wahl. Mein kleines Westiemädchen mußte sehr viel verkraften und dazu noch der Sehverlust. Es begann eine sehr schwere Zeit.

Ein Gespräch mit einer Freundin, ich hatte ihr die ganze Geschichte erzählt, bestätigte mein Gefühl.

Die "Augenuntersuchung" hatte sie bei ihrem Hund machen lassen und nie wieder würde sie einem Hund so eine Untersuchung zumuten. Ein "MRT" habe ich meiner Wilma auch nicht zugemutet.

Das Gespräch hatte auch ergeben, dass sie auf eine Medikamentenvergiftung ( wie ich auch ) tippte. Deswegen der Sehverlust.

Mit der Diagnose "Morbus Addison" konnte ich mich auch nicht anfreunden. Es ist eine sehr seltene Erkrankung bei Hunden.

Das alles gefiel mir überhaupt nicht.

Im Jahr 2008 war ich mit Wilma bei einer Tierärztin ( aber nur einmal) weil dort gemault wurde, als ich die Rechnung ausgedruckt haben wollte. Aber genau diese rief ich an!

Erzählte ihr am Telefon was geschehen war. Sie fragte nach dem Alter von Wilma und war der Meinung, Wilma hat in dem Alter kein "Morbus Addison". Wir machten einen Termin aus. Alle Unterlagen, die ich mir schon hatte aushändigen lassen von der anderen Tierärztin, schickte ich per Fax an die nun "Neue Tierärztin".

In der Praxis angekommen wurde mir gesagt, sie hatten kein Papier im Faxgerät, ergo auch noch keine Unterlagen!! ( ich war sauer, kein Papier im Faxgerät ?)

Also wieder los, die Unterlagen holen. Dann haben wir einen Termin ausgemacht, Vorstellung Wilma.

Für Wilma folgten wieder Blutuntersuchungen, die Augen wurden überprüft ( indirekte Ophthalmoskopie )

Ultraschalluntersuchung gesamtes Abdomen. Ganz wichtig war auch die Cortisolbestimmung.

Der Sehverlust wurde bestätigt,aber die Augen von Wilma waren in Ordnung. Äusserlich war nicht zu erkennen, dass sie blind war.

Ultraschall ergab vergrößerte Leber, aber sonst ok. So auf der tierärztlichen Dokumentation vermerkt.

Unter "Florinef" ist der "Cortisol-Wert" so derart angestiegen, dass es abgesetzt werden mußte. Ansonsten drohte das "Cushing-Syndrom", Aussage der behandelten Tierärztin.

Zwei Tragödien im Jahr 2015, die mein Westiemädchen verkraften mußte. Es zerrte auch an meinen Kräften. Wilma hat mir sehr, sehr leid getan. Sie war eine Kämpferin und irgendwie haben wir beide es geschafft.

Die nächste Tragödie auf der folgenden Seite.